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Name: Chemo
Datum/Zeit: Sonntag, 27. Feb 2005 um 22:56:20 CEST
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Thema:
soziale Errungenschaften unhd Wirtschaft im Faschismus
 
Eintrag:

Vor allem die sozialen Errungenschaften in der DDR können von Kommunisten gut als Beispiel kommunistischer Zielsetzung angeführt werden. Sie waren beachtlich und denen der kapitalistischen Ländern weit vorraus. Auch ich als Kritiker des DDR- (nachrevolutionär-sowjetischen-) Modells für sozialistische Staaten betrachte diese Errungenschaften als eine Erungenschaft der kommunistischen Arbeiterbewegung, auch wenn sie in diesem Fall wahrscheinlich nur zur Aufrechterhaltung der sozialistischen Fassade existierten. Sie spiegeln (heute vor allem in Kuba) den Wert der kommunistischen Bewegung wieder.

Allein schon die Tatsache das die faschistichen Parteien _nichts_ an der bestehenden Wirtschaftsordnung ändern wollen offenbart das Lügengerüst ihres Programms.
Sollten innerhalb einer kapitalistischen Ordnung tatsächlich solche sozialen Strukturen, ohne die bestehenden Verhältnisse zu andern, möglich sein, wären sie bereits zur Eindämmung alternativer Bewegungen etabliert. Denn die Burgeosie und ihre ausgebildeten Helfershelfer ist nicht dumm!

@Trialer:
Der Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft sowie der der UdSSR würde ich nicht zwangsläufig mit diesen sozialen Errungenschaften in Verbindung bringen. Dies wäre höchstens der Fall wenn die DDR zur Einhaltung dieser Leistungen massiv auf Importe angewiesen wäre - sie war allerdings in dieser Beziehung größtenteils autark da es sich um Grundnahrungsmittel und Dienstleistungen handelt. Teure Importwaren waren höchstens durch soziale Leistungen die mit Gas- und Ölverbrauch in Zusammenhang standen nötig.

@Willi Nicke:
Nachdem die N-"S"-D-"A"-P 1933 die Macht errang stieg das BSP und die Arbeitslosigkeit sank drastisch. Die Löhne dagegen blieben jedoch während der gesamten NS-Herrschaft auf Wirtschaftskrisen-Minimum, sanken gegen Ende des Krieges sogar weiter. Es wurde tatsächlich einige soziale Dienste eingerichtet die allerdings nicht sehr weit gingen.
Dein Argument ist auch unter kapitalistisch-Liberalen ("burgeosen") Wirtschaftswissenschaftlern verbreitet, da das heutige BRD-Regime aus Selbsterhaltungszwecken dem Faschismus natürlich auch keinen positiven Wirtschaftseinfluss zubilligt.
Allerdings irritiert mich dieses Argument wirtshaftswissenschaftlich ziemlich. Angebot, Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze entstehen nicht aus reiner Nachfrage: erst der ökonomische Profit treibt die Anleger zur Produktionsausweitung (Anstellung von Arbeitskräften). Diese Profitabilität konnten sie sich nur versprochen haben wenn der Profit an einer ausbeutbaren Stelle lag. Dieser lag zur Wirtsachftskrise aber sicher weder bei Arbeitern noch in den Staatskassen (was praktisch dasselbe ist).
Was änderte sich zu Hitlers Machtergreifung, dass Anleger sich plötzlich Profit in der Herstellung von Autobahnen und Waffen erhofften wenn weder Volk noch Staat keine Mittel hatte diese zu bezahlen?
Erbitte Aufklärung!

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