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Name: Willi Nicke
Datum/Zeit: Freitag, 27. Okt 2006 um 10:01:51 CEST
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Thema:
Nikon: blockiert Cuba - auf dem Rücken eines Kindes.
 
Eintrag:

Nikon blockiert Cuba - auf dem Rücken eines Kindes
26.10.2006
Der kubanische Junge Raysel Sosa Rojas war stolz - und das mit recht. Er hatte einen der ersten Preise beim Internationalen Kinderwettbewerb über die Umwelt gewonnen, den das UN-Umweltschutzprogramm aus Anlass des Weltumwelttages am 5. Juni veranstaltet hatte. Begleitet von seinem Lehrer, Jorge Jorge González, war der Junge, der seit seiner Geburt an Hämophilie, der Bluterkrankheit, leidet, nach Algier gereist, wo die Preisverleihung in Anwesenheit des algerischen Präsidenten Bouteflika und anderer Persönlichkeiten stattfand.
Am Nachmittag überreichten dann hochrangige Vertreter des UN-Programms den Kindern ihre Preise: die Medaillen für den Weltmeister und die regionalen Meister - unter ihnen der junge Kubaner für Lateinamerika und die Karibik - sowie drei weitere Kinder, die Sonderpreise errungen hatten. Ausserdem überreichten die Sponsoren der Veranstaltung - der deutsche Bayer-Konzern, das japanische Fotounternehmen Nikon und die ebenfalls japanische Stiftung für globalen Frieden - ihre Geschenke an die Kinder: ein T-Shirt mit dem Gewinnerbild jedes Kindes, hervorragende Malutensilien und eine Digitalkamera von Nikon. Alle Kinder bekamen diese Geschenke - ausser dem kleinen Kubaner. Er bekam zwar Buntstifte und seine Medaille, aber die Kamera bekam er nicht.

Einer japanischen Zeitschrift berichtete der kubanische Lehrer später: "Es ist von den Organisatoren weder vorher noch hinterher jemand zu uns gekommen, um uns zu sagen was los ist. Erst nach Ende der Veranstaltung, als ich mir die Sachen anguckte, die Raysel bekommen hatte, bemerkte ich, dass die Kamera nicht dabei war, nur ein beigefarbenes Etui der Firma Nikon mit einigen Malutensilien großartiger Qualität." Der Lehrer berichtet weiter: "Sofort haben wir mit Hilfe des Übersetzers der kubanischen Botschaft bei den algerischen Beamten nachgefragt, die uns die ganze Zeit so wunderbar betreut hatten, und die auch dann immer ihre Solidarität zeigten und versuchten, eine befriedigende Lösung für diesen traurigen Moment in Raysels noch kurzem Leben zu finden." Im Palast der Nationen, dem Veranstaltungsort, war es aber nicht möglich, eine Lösung zu finden, so dass sie sich spätabends im Hotel mit dem kubanischen Botschafter in Verbindung setzten, der sofort hinzukam und um ein Gespräch mit den für die Veranstaltung zuständigen Beamten des UN-Programms bat. Eine Frau Sorbe erklärte zunächst, Cuba würde "wegen des Embargo" - der US-Blockade gegen die Insel - die Einfuhr einer japanischen Kamera verbieten. Der Lehrer wies diesen Blödsinn sofort energisch zurück: "Das stimmt nicht, ich reise in Cuba immer mit meiner Foto- und Videokamera von Sony, das ja auch eine japanische Firma ist, ein und aus, und niemand hat jemals gesagt, dass ich damit nicht ins Land dürfe." Die Beamtin rief daraufhin einen Herrn Ideo Fujica zu sich, der offenbar der Nikon-Vertreter in Algier war, obwohl er sich als Vertreter der Friedensstiftung vorstellte. Dieser sagte den Kubanern: "Aufgrund des Embargos dürfen sie die Kamera dem kubanischen Jungen nicht geben, da sie Bestandteile aus den Vereinigten Staaten enthält." Sowohl der kubanische Botschafter als auch der Lehrer des verstörten Jungen sagten dem Nikon-Vertreter daraufhin, dass diese Haltung die exterritoriale Anwendung US-amerikanischer Gesetze sei, denn die Blockade werde von den USA, nicht von Japan aufrechterhalten. "Die Firma Nikon macht sich zu einem Komplizen dieses seit 45 Jahren andauernden Angriffs auf das Volk meines Landes, und jetzt bestraft man auch noch ein unschuldiges Kind für etwas, das es nie verstehen würde."

Zurückgekehrt nach Cuba konnten auch seine Klassenkameraden und Familienangehörigen Raysel nicht trösten. Bis dann am Mittwoch abend auf einmal der kubanische Vizegesundheitsminister in der Schule stand. Er brachte ein Geschenk des kubanischen Präsidenten Fidel Castro: eine Digitalkamera. "Heute wurde Gerechtigkeit geübt", freute sich Jorge González, der Leiter der Gemeindewerkstatt "Coloreando mi Barrio" (Machen wir mein Viertel bunt), in der Raysel sein künstlerisches Talent entwickelt. Der Lehrer berichtete, wie sehr sie alle in den vergangenen vier Monaten unter der Ungerechtigkeit, dem Jungen seinen verdienten Preis vorzuenthalten, gelitten hätten. "Die Gerechtigkeit kam nun vom gerechtesten Menschen der Welt", freute sich der Lehrer.

Dem Jungen war die Überraschung deutlich anzusehen und minutenlang traute er sich nicht, das vorsichtig in Geschenkpapier eingewickelte Präsent auszupacken. Dann sagte er den versammelten kubanischen Journalisten, er freue sich sehr über das von Fidel geschickte Geschenk und er würde ihn gerne besuchen, wenn er wieder gesund ist, und ihm einen Kuss auf die Wange geben und sich bei ihm bedanken.

Quelle: Juventud Rebelde - Zusammenfassung: RedGlobe
www.redglobe.de

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