Das Aktionsprogramm gefällt mir sehr gut. Ich glaube, es wurden alle wunden Punkte
abgedeckt.
Eine andere Sache ist natürlich die Akzeptanz in der Bevölkerung. Viele Punkte sind
nur mit der engagierten und ehrenamtlichen Hilfe der Einwohner zu verwirklichen und
da bin ich doch eher skeptisch, ob sich dann auch genügend finden, die mitmachen.
Die meisten wollen wohl doch eher ihre Ruhe haben, weil ihnen die Flügel schon gestutzt
worden sind.
Aber man kann ja nie wissen ... Wenn Leute sehen und spüren, dass es einen Sinn hat,
sich zu engagieren, dass sie wirklich etwas bewegen können, finden sich vielleicht
immer mehr ... Und wenn nicht, bewahrheitet sich wieder der Satz, dass jede Einwohnerschaft
die Stadt hat, die sie verdient (denn wer könnte sie denn ändern, wenn nicht sie).
Noch etwas zu einzelnen Punkten, die mir aufgefallen sind:
Stadtplanung:
Leider sind die meisten leerstehenden Wohnungen in einem bedauernswerten Zustand.
Mann müsste schon die Obdachlosen und Immigranten dabei unterstützen, diese Wohnungen
auch bewohnbar zu machen. Da entsteht natürlich sofort die Frage, woher das Material
kommen soll. (Ich habe es doch richtig verstanden, dass dieses Programm sofort, also
unter heutigen Verhältnissen, umsetzbar sein soll - also ohne Enteignung von Baumärkten
und Hauseigentümern, oder?) Arbeitskräfte sind wohl weniger ein Problem, da man vielleicht
auf freiwillige Hilfe von arbeitslosen Elektrikern und Handwerkern zurückgreifen
könnte.
Stadtsanierung:
Was ist eigentlich Gagfa? Muss ich das als Merseburger kennen?
Und zum Punkt "künstlerische Gestaltung von Bauwerksflächen" - die meisten Graffitis
stoßen mich ab - ja ich gebe es zu, ich kann sie meistens noch nicht mal lesen, geschweige
denn einen Sinn erkennen.
Verkehr:
Ich bin auch sehr für Fußgängerzonen, aber wir sollten nicht vergessen, dass für
die Geschäfte in diesen Zonen auch Lieferverkehr ermöglicht werden muss. Entweder
man schafft Straßen an der Rückseite der Geschäfte oder man muss zumindest Lieferfahrzeuge
durchlassen und schon ist die Freude an der Fußgängerzone eingeschränkt.
Nahverkehr:
Durch die Einbindung Merseburgs in den Mitteldeutschen Verkehrsverbund ist eine stadtbegrenzte
Fahrpreissenkung nur schwer durchzusetzen, oder?
Meine Einwände sind eigentlich nur Kleinigkeiten - ich finde das Aktionsprogramm
ist wirklich eine gute Arbeitsgrundlage.
Ki-Heij
Science & Fantasy
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