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Name: Tec Dian
Datum/Zeit: Mittwoch, 3. Jul 2002 um 13:47:12 CEST
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Thema:
andere kommunistische Parteien
 
Eintrag:

> Wie steht die KPP (die intelligenste KP
> Deutschlands, ja Europas) zu den
> KPDs und zur DKP?

Schon unsere geringe Größe macht uns für andere Parteien "auf höchster Ebene" nicht unbedingt zu einem gleichwertigen Gesprächspartner. Das ist aber kein Problem für uns. Die KPP versteht sich trotz ihrer eigenständigen Programmatik als integraler Bestandteil der kommunistischen Bewegung. In der täglichen politischen Arbeit arbeiten wir daher mit und in anderen linken und kommunistischen Organisationen. Das ist auch eine unserer Stärken - nicht sektiererisch oder egoistisch zu sein, sondern überall Genossen zu erkennen, auch wenn wir (teilweise recht stark) kritisch zu ihren Auffassungen stehen. Regional klappt das ganz gut, so mit der DKP und der PDS und lokalen Jugendgruppen. Die Zusammenarbeit reicht von gemeinsamen Aktionen über Referate bis zur wechselseitigen Veröffentlichung von Artikeln und Unterstützung bei der Zulassung zu Wahlen.
Unsere Parteizeitung, Das rote Virus, hat auch schon Artikel abgedruckt, in denen sich die MLPD und die FDJ vorstellten. Andererseits erklärte uns die KPD (Roter Morgen) auf unsere Grußbotschaft anlässlich unserer Gründung 1996 unverblümt, wir seinen Feinde des Kommunimus, wenn wir ihr nicht sofort beitreten würden. Tja, auch das gibt es, und auch das sehen wir recht gelassen. Wir haben deshalb trotzdem keine Veranlassung, diese KPD zu bekämpfen, denn sie kämpft ehrlich gegen das Ausbeutungssystem. Wir propagieren, argumentieren, kritisieren und erklären. Und wir bieten jedem eine politische Heimat, der unsere Auffassungen gut findet, an ihrer Weiterentwicklung mitarbeiten und etwas für ihre Verbreitung tun will.

Salut!
Tec Dian
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Name: Bernie
Datum/Zeit: Dienstag, 2. Jul 2002 um 15:49:04 CEST
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Thema:
Name
 
Eintrag:

Wird mein Eintrag absichtlich ignoriert?

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Name: Ingeborg Fahnert
Datum/Zeit: Freitag, 5. Jul 2002 um 10:08:10 CEST
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Markierung: Praxis
Thema:
Ignoranz und Angst
 
Eintrag:

Wenn du ein politisches Gespräch mit den Menschen führen willst, dann geht meist schon gleich zu Anfang das Visir runter. Da brauchst du gar nicht das Wort "Kommunismus" zu nennen. Die überwiegende Mehrheit will von Politik, Wahlen und Parteien nichts wissen - egal, wie du dich nennst.
Bernie sollte mal versuchen, zu den nächsten Wahlen Unterstützungsunterschriften für eine Kandidatur zu sammeln. Dann wüsste er, dass diese Ignoranz der Leute, und auch ihre Angst, sich öffentlich zu äußern, viel tiefer sitzen. Dafür sorgt diese Gesellschaft schon.
Klar darf man nicht immer mit der Tür ins Haus fallen. Aber am Ende bringt es mehr, offen zu sagen, dass man Kommunist ist. Da setzen sich dann wenigstens noch diejenigen damit auseinander, die nicht total vernagelt sind, und sei es bloß, weil sie schockiert oder neugierig sind.

Ingeborg Fahnert

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Name: Tec Dian
Datum/Zeit: Mittwoch, 3. Jul 2002 um 13:23:05 CEST
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Thema:
Das böse Wort
 
Eintrag:

> Der Name Kommunismus wurde leider von den
> verhergehenden "Sozialisten" vergewaltigt
> und ist nun mehr oder weniger unbrauchbar,
> da die Menschen einfach zu viel schlechtes
> damit assoziieren.
> Wäre nicht vielleicht eine Namensänderung
> notwendig?

Der Begriff des Kommunismus wurde schon viel früher, als an den Stalinismus und Realsozialismus noch gar nicht zu denken war, von ganz anderen Leuten missbraucht. Und zwar waren es seine Gegner, die die kommunistische Bewegung verleumdeten und ihr Auffassungen unterstellten, die sie gar nicht vertrat. So kam es, dass der Begriff des Kommunismus schon vor 200 Jahren auch bei den Ausgebeuteten einen schlechten Klang hatte - und zwar bei all denen, die nicht darüber nachdachten, was ihnen so alles vorgeplappert wurde. Und genau an diesem Fakt würde eine Namensänderung nicht das Geringste ändern. Sobald man von den Ausbeutern als Feind ihres Systems erkannt wird, wird man verleumdet, delegitimisiert und kriminalisiert - und zwar mit der ganzen Macht des bürgerlichen Mediensystems. Der Beitrag der Stalinisten und Realsozialisten ist da eher vernachlässigbar.
Die Ausbeuter bekämpfen die Revolution - und am leichtesten gelingt das natürlich mit Worten, die sich nicht gegen ihren Missbrauch wehren können und mit denen man jede Lüge aussprechen kann. Davor kann man sich nicht verstecken. Und davor darf man sich auch nicht verstecken, denn die einzige Waffe gegen die Lüge ist die Wahrheit und das eigene Denken.
Wer eigenständig denkt, durchschaut die Lügen und die Unterschiede zwischen der Sache (dem Kommunismus), und seinem Missbrauch oder einem Missverständnis. Wer nicht eigenständig denkt, hat kein Interesse, über wirkliche Alternativen zur Ausbeutungsgesellschaft nachzudenken, egal wie sich solche Alternativen nennen.
Marx lehrt uns, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt. Nicht unser Name und nicht unsere Erklärungen werden die Menschen "zum Kommunismus bekehren", sondern allein die Umstände ihres Lebens können sie in diese Richtung treiben. Wir sind lediglich die ersten auf diesem Weg, die die größten Steine wegräumen, auf dass die Folgenden ihn besser finden und beschreiten können. Das muss man begreifen, wenn man nicht irgendwelchen Illusionen anhängen will.
Wir müssen die Zusammenhänge klar benennen, so wie sie sind. Und dazu gehören eben auch die Erfahrungen mit der kommunistischen Bewegung in der Vergangenheit. Wer diese Erfahrungen ignoriert - und zwar sowohl in positiver, beschönigender, als auch in negativer, ablehnender Hinsicht - der ist für objektives Denken nicht empfänglich und wird den Weg auch dann nicht finden, wenn man ihn mit der Nase darauf stößt. Denn es ist ja gerade der Kern der Ignoranz, dass man zugunsten eines Vorurteils das ignoriert, was man sieht und hört.

> Damit will ich keine Wählerbetrug erreichen,
> sondern lediglich eine plakative
> Veränderung der Partei zugunsten
> ihrer Mandate.

Das ist natürlich eine gute Absicht, geht aber genau am Sinn der politischen Tätigkeit der Kommunisten vorbei. Unser Ziel ist, dass die Menschen selbst denken - begreifen - selbst handeln. Das eben ist Kommunismus. Das erreicht man nicht, indem man sie manipuliert, auch wenn das "zu ihrem eigenen Besten" geschieht. Die Geschichte des Realsozialismus hat eigentlich deutlich gezeigt, wie unzuverlässig Menschen sind, die mit Losungen, Worten und Versprechungen gewonnen wurden, ohne wirklich verstanden zu haben. Im bürgerlichen parlamentarischen System Mandate zu erringen, zeigt lediglich unseren Erfolg oder Misserfolg darin an, die Menschen zum Denken und Handeln zu bewegen, ist aber nicht das Ziel selbst. Eine kommunistische Partei ist keine Wahlpartei. Fängt man erst so an, landet man schon bald bei der PDS, bei der es nur noch um Mandate - also Pöstchen für die Karrieristen - geht, für die man sich einschleimt, nicht aber mehr um die Sache.
Das heißt nun aber andererseits nicht, dass man jeden Gesprächspartner gleich mit der großen Kommunismuskeule erschlagen soll. Du hast natürlich völlig Recht, wenn du die Schwierigkeit herausstellst, die der Begriff des Kommunismus für eine sachliche Diskussion darstellt. Und da es echten Kommunisten eben um sachliche Fortschritte geht, und nicht um faule Bekenntnisse und laute Losungen, sollte man sich in der täglichen politischen Diskussion zuerst einmal um Sachthemen bemühen, als sich auf Namensdiskussionen einzulassen. Genau das tun wir auch. Zu Wahlen treten wir mit unabhängigen Einzelbewerbern an, die Sachthemen diskutieren. Es ist zwar bekannt, dass sie zur KPP gehören, aber das wird in der Diskussion nicht transportiert. Statt dessen reden wir dann über Ungerechtigkeit, Arbeitslosigkeit, Geld und wer es verdient, verteilt und kriegt, über Kinder, Jugendliche, Alte, Kultur, Bildung und wieder über Geld, über Wahlversprechen und Realitäten, über Betrug, Diebstahl und Lüge. Das alles muss in die Köpfe hinein, dann kommt auch die richtige Entscheidung wieder heraus. Und deshalb braucht man keinen neuen Namen, solange man nicht vorhat, ständig damit hausieren zu gehen.

> Spontan fiele mir Humanismus dafür ein, Inhalt und
> Aussagekraft passen zum Inhalt des
> Programms der KPP.

Das stimmt - das passt. Nicht umsonst behaupten wir Kommunisten ja gerade, dass der Kommunismus die Endkonsequenz des Humanismus ist. Aber die Bürgerlichen bezeichnen sich natürlich auch als Humanisten - jeder Einzelne von ihnen. Es gibt sogar eine Humanistische Partei in Deutschland, die zu Wahlen antritt. Humanismus ist also zu unsprezifisch - nicht zuletzt weil jeder selbst definiert, was er unter "menschlich" versteht. Ist "menschlich" all das, was Menschen tun? Schwupps wird der Faschismus "menschlich" - und wieder wären wir bei einem Definitionsproblem.
Der Begriff des Kommunismus ist dagegen wesentlich konkreter: bewusste Gemeinschaft (communis), statt Ausbeutung der orientierungslosen, nicht zusammenhaltenden Masse durch einzelne Besitzende - Solidarität, statt Konkurrenz. Das ist so einfach und klar, dass man es begreifen MUSS, wenn man es begreifen KANN, nur dass eben das Können bei vielen noch etwas auf sich warten lassen wird. Aber hier können wir ganz auf die Ausbeutungsgesellschaft selbst vertrauen und brauchen eigentlich nur das laut zu wiederholen, was sie selbst den Menschen sagt, wenn sie sie gegeneinander hetzt, ausnimmt, auf die Straße wirft, … tötet.

Salut!
Tec Dian
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Name: Tec Dian
Datum/Zeit: Mittwoch, 3. Jul 2002 um 13:35:11 CEST
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Eintrag:

> Wie viele Mitglieder hat die KPP?

Die KPP ist eigentlich eine Taxipartei, wie man das in Lateinamerika nennt, das heißt, alle Mitglieder passen in ein Taxi. Wir sind nur eine Handvoll Leute, Mitglieder und Sympathisanten zusammengerechnet kaum 15 in verschiedenen Bundesländern. Insofern ist die Bezeichnung "Partei" eigentlich etwas hoch gegriffen. Unsere Existenzberechtigung ziehen wir jedoch aus unseren speziellen theoretischen Vorstellungen, insbesondere der Theorie der kommunistischen Gesellschaft und der Manipulismusthese, die so von keiner anderen Partei vertreten werden. Die KPP ist also vorerst nur eine organisatorische Basis, auf der wir an der Verbreitung unserer theoretischen Vorstellungen arbeiten. Und weil wir das wissen und darüber auch keine Illusionen hegen, gibt es für uns auch kein Problem, mit anderen kommunistischen Parteien zusammen, oder direkt in ihnen als Mitglieder mitzuarbeiten. Parteiegoismus und kommunistische Alleinvertretungsansprüche sind uns völlig fremd.
Und immerhin, bei aller Winzigkeit schaffen wir die 100 oder 200 Unterstützungsunterschriften für eine Wahlteilnahme im Kernwahlkreis Merseburg immer wieder, und man kennt uns und unsere Auffassungen im ganzen linken Spektrum. Das macht uns leider nicht größer, als wir sind, freut uns aber zumindest.

Salut!
Tec Dian
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