Kommunistische Programmpartei 
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| Name: | Tec Dian |
| Datum/Zeit: | Freitag, 17. Sep 2004 um 14:26:00 CEST |
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| Thema: | Ein paar Antworten |
Eintrag: |
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Warum hat der Kommunismus noch nie funktioniert und was wollt
ihr machen damit er funktioniert. Also funktioniert hat er schon - dort wo er tatsächlich praktiziert wurde. Das war bisher nur äußerst selten der Fall. Prominentestes Beispiel in Deutschland sind die Wiedertäufer von Münster, die Privateigentum und Geld abgeschafft hatten und gemeinsam entschieden und arbeiteten. Das war schon 1534-35. Die Gesellschaft war im Inneren stabil, aber eine ganze feudalistische Welt führte Krieg gegen eine kleine friedliche Stadt. 1649-50 passierte das Gleiche in Britannien mit den Diggers. Auch hier ging die Gesellschaft nicht durch innere (wirtschaftliche oder soziale) Probleme zugrunde, sondern wurde von den Ausbeutern bekämpft und ihre Mitglieder ermordet. Diese Gesellschaften waren sicher nicht wissenschaftlich durchorganisiert, aber ganz bestimmt kommunistisch - und solange erfolgreich, wie sie bestanden. Jedoch wurden sie militärisch besiegt. Lenins und Stalins Folgerung: Wenn man den Kommunismus errichten will, muss man erst eine (militärisch organisierte) starke Macht errichten, um sich gegen Angriffe von Außen zur Wehr zu setzen (oder dafür sorgen, dass es kein Außen mehr gibt, aber die Sache mit der "Weltrevolution" klappte ja nicht.). Das war der erste Sargnagel, weil diese Art gesellschaftlicher Organisation (hierarchisch, anstatt gemeinschaftlich - also nicht kommunistisch) schnell auch die nichtmilitärischen Bereiche der Sowjetmacht durchdrang. Das zweite Problem war, dass die Sowjetführer keine Ahnung hatten, wie eine kommunistische Gesellschaft organisiert werden sollte. Man hatte sich mit der Kritik des Kapitalismus befasst, darin war man gut, aber über das Danach hatte noch niemand so richtig nachgedacht. Also nahm man die kapitalistischen Methoden, die man gut kannte, und versuchte sie "richtig" zu machen - etwas, wovor schon Marx gewarnt hatte, weil die Probleme der Ausbeutung bereits in den Methoden liegen. Das war der zweite Knackpunkt, wieso der Realsozialismus letztendlich in die Hose ging. Wenn die Gesellschaft nicht kommunistisch, also nicht bewusst gemeinschaftlich, organisiert wird, kommt erstens kein Kommunismus raus, und zweitens ist das, was raus kommt, nicht stabil. Beide Probleme sind heute bekannt, und unser Programm stellt die von uns wissenschaftlich hergeleitete Lösung dieser Probleme dar - glauben zumindest wir. Ob du das auch so siehst, kannst du nur herausfinden, indem du es liest und logisch überprüfst. Die praktische Überprüfung gibt es allerdings im Prinzip schon, denn das Scheitern des Realsozialismus lässt sich mit unserer Theorie (siehe oben) sehr gut und zwanglos erklären, ebenso die einzelnen Erfolge, die dabei errungen wurden.
Wenn es also Kommunismus wäre, könnte man immer noch frei einkaufen
und bei einem besseren Job mehr verdienen? Im Kommunismus sind all die Dinge, die man unmittelbar zum Leben braucht, und die Dinge, die in ausreichender Menge hergestellt werden können, frei zu haben - ganz ohne Einkauf. "Normale" Dinge kauft auch im Kommunismus jeder, wie er will und kann. Bestimmte Luxusgüter, die weit über das Arbeitsvermögen eines Menschen hinausgehen (z.B. ein Schloss oder so) sind jedoch als individuelles Eigentum im Kommunismus unmöglich. Bessere und schlechtere Jobs (finanziell gesehen) gäbe es praktisch nicht, denn jede Arbeit ist gesellschaftlich notwendig - was wäre der Arzt ohne Müllmann, und umgekehrt? Man hat jedoch die Wahl, welchen Job man erlernen und ausüben möchte - im Rahmen des gesellschaftlichen Bedarfs natürlich, denn selbstverständlich können nicht alle Leute plötzlich als Künstler leben, ein paar müssen schon noch Getreide anbauen und Brot backen, als Beispiel. Vor allem könnte man aber wählen, wieviel man arbeitet. Ist man mit sehr wenig zufrieden, arbeitet man nur wenig und lässt sich ansonsten die Sonne auf den Bauch scheinen. Arbeitet man mehr, kriegt man auch mehr, und jeder kann selbst entscheiden, ob ihm Freizeit oder Einkommen wichtiger ist.
Und vor allem nehmt ihr überhaupt noch aktiv an Wahlen teil? Die letzte Wahl, an der wir teilgenommen haben, war die Landtagswahl hier in Sachsen-Anhalt. Die nächste Bundestagswahl steht auch wieder auf dem Programm. Allerdings sind wir eine sehr kleine Gruppe (und ich meine SEHR klein), so dass das im Augenblick sicher nicht unsere Hauptbeschäftigung ist.
Und wie ist das mir den anderen Parteien wie KPD, PDS oder NPD,
sind deren Ziele ähnlich oder gänzlich anders? Die Ost-KPD ist eine streng stalinistische Partei, mit der uns praktisch nur die Systemkritik und die allgemeine Orientierung auf den Kommunismus verbindet. Insofern arbeiten wir auch sporadisch mit ihr zusammen, weil wir eben Kommunisten (bewusst gemeinschaftlich!) sind, ohne aber unsere fundamentale Kritik an ihrem (gescheiterten und untauglichen) Gesellschaftskonzept zu vergessen. Auch mit den anderen mehr oder weniger kommunistischen Parteien, DKP, MLPD usw. bemühen wir uns, so eng wie es geht zusammenzuarbeiten. Meinungsverschiedenheiten (und unterschiedliche Organisationen) dürfen uns nicht trennen, sondern sollten gerade zum Anlass genommen werden, aufeinander zuzugehen und zu sehen, ob man nicht voneinander lernen kann. Die KPP ist (ein sehr kleiner) Teil der gesamten kommunistischen Bewegung und fühlt sich auch so. Die PDS ist eine systemtragende Partei in der heutigen Ausbeutergesellschaft, die zwar auf linkspopulistischen Parolen reitet, aber dort, wo sie an der Macht ist (Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, früher teilweise Sachsen-Anhalt) eine systemerhaltende Ausbeutungspolitik betreibt. Die PDS als Partei ist ein verlogener Haufen, mit dem wir nichts zu tun haben wollen. Viele ihrer Mitglieder sind jedoch ehrliche Sozialisten (die sich allerdings von ihren Funktionären an der Nase herum führen lassen). Mit denen arbeiten wir auch gern zusammen. Die NPD ist eine faschistische Partei, die die gleichen scheinbar ausbeutungskritischen Werbebsprüche verwendet, wie die NSDAP früher. Was sie wirklich wollen, das haben sie 1933-45 gezeigt, und das kann man sich von ihren Anhängern auch auf der Straße entgegenbrüllen lassen. Außerdem - wir sind Kommunisten (nochmal: bewusst gemeinschaftlich), für uns existieren also keine Ausländer (zumindest nicht als sozialer Gegensatz zu den "Deutschen"). So, ich hoffe, dass das einiges klären konnte. Ansonsten frag einfach weiter. Salut! |
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Letzte Änderung: 9. April 2001 - © Kunst des Denkens 2000-2001